Biografie

René Deltgen wurde 1909 in Luxemburg geboren. Nach dem Abitur war er – gegen den Willen seiner Eltern – fest entschlossen, Schauspieler zu werden. An der Kölner Schauspielschule bestand er sofort die Aufnahmeprüfung und erhielt zudem ein Stipendium. Bis 1934 war er an den Städtischen Bühnen Köln engagiert und hatte dort seinen ersten Erfolg in »Der Graue« von Friederich Forster. 1936 holte ihn Eugen Klöpfer an die Volksbühne nach Berlin. Bald wurde auch die UFA auf den jungen Schauspieler aufmerksam; seine erste Filmrolle spielte Deltgen an der Seite von Gustaf Gründgens in »Das Mädchen Johanna«. Vor und nach dem Krieg war er in über 40 Filmen zu sehen (u. a. in »Kautschuk«, »Die drei Codonas«, »Zirkus Renz«, »Tromba«, »Nachtwache«, »Königin Luise«, »Der Tiger von Eschnapur«, »Der Hexer«). 1954 erhielt er auf den Berliner Filmfestspielen das Filmband in Gold für seine Darstellung in »Der Weg ohne Umkehr«. Sein Herz gehörte trotzdem immer dem Theater, und er spielte auf der Bühne die großen Charakterrollen der klassischen und modernen Bühnenliteratur (z. B. in »Tartuffe«, »Die Räuber«, »Des Teufels General«, »Endstation Sehnsucht«, »Besuch der alten Dame«, »Tod eines Handlungsreisenden«, »Der zerbrochene Krug«). Einige Stationen seiner Bühnentätigkeit waren: Städtische Bühnen Köln, Kammerspiele Köln, Münchener und Hamburger Kammerspiele, Züricher Schauspielhaus und Wiener Burgtheater. Ab 1960 gewann René Deltgen zusätzliche Popularität durch seine Fernsehrollen: »Schau heimwärts Engel« (mit Inge Meysel und Dietmar Schönherr), »Nicht nur zur Weihnachtszeit« (nach Heinrich Böll), »Der Kommissar«, »Die Nacht mit Lansky« und »Das Messer« (mit Hardy Krüger). Unvergessen bleibt René Deltgen auch dem jüngeren Publikum als liebevoller Großvater in »Heidi«. 1978 erhielt René Deltgen das Filmband in Gold für langjähriges und hervorragendes Wirken im Film. Am 29. Januar 1979 starb René Deltgen in Köln.