Biografie

Joseph Roth wurde in Brody/Ostgalizien als Sohn jüdischer Eltern geboren. Nach einem Germanistik-Studium in Wien nahm er als österreichischer Offizier bis Kriegsende am 1. Weltkrieg teil. 1919 begann er seine journalistische Karriere bei der Wiener Tageszeitung „Der neue Tag“.

1920 übersiedelte er nach Berlin. In der Folgezeit entwickelte er sich als Feuilletonist, Reiseschriftsteller und Essayist zu einem der glänzendsten Stilisten des deutschsprachigen Raums. Als Paris-Korrespondent der „Frankfurter Zeitung“ arbeitete er in Frankreich und schrieb aufsehenerregende Reportage-Serien über seine Reisen nach Polen, Russland, Albanien, Italien – und ins Saargebiet.

Roth, der Wert darauf legte, in den namhaften linken und bürgerlich liberalen Zeitungen, für die er schrieb, nicht „Zugabe, sondern Hauptmahlzeit“ zu sein, ließ auch seine belletristischen Werke zuerst in Zeitungen als Fortsetzungsdrucke erscheinen. Als Romancier und Novellist gehört er zu den bedeutendsten Autoren der Zwischenkriegszeit und des Exils. Seine wichtigsten Romane „Hiob“, „Die Kapuzinergruft“, „Die Legende vom heiligen Trinker“, „Radetzkymarsch“, „Das Spinnennetz“ wurden zwischen 1963 und 1989, u. a. von Johannes Schaaf und Bernhard Wicki verfilmt.

Als Roths Frau Friedl 1928, sechs Jahre nach der Hochzeit, an Schizophrenie erkrankte, hatte dies schwere Schuldgefühle und eine desolate finanzielle Situation für Joseph Roth zur Folge. Er wurde zum Trinker und starb 1939 im Pariser Exil im Alter von nur 45 Jahren. Seine Frau wurde 1940 von den Nazis ermordet.